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Presse, Kreiszeitung.de 05.07.2015

Zwei-Mann-Teams messen sich beim Wettkampf auf dem Campingplatz
Schottische Disziplinen

05.07.15
Die Schiedsrichter Heiko Fröhlke und Michael Schelhas schätzen die Fairness des schottischen Events.
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© Mediengruppe Kreiszeitung

Stelle – Ein lauter Schrei erfüllt die idyllische Stille auf dem Märchencampingplatz am Steller See in Stuhr. Und plötzlich fliegt ein 20 Kilogramm schwerer Baumstamm durch die Luft. Im Hintergrund erklingt leise ein Dudelsack. Diese Szene kann nur eines zeigen: die so genannten „Highland Games“ sind eröffnet. Dabei handelt es sich um einen traditionell schottischen Wettbewerb, in denen Zwei-Mann-Teams in „schwierigen“ Disziplinen gegenüberstehen. Freunde dieser Wettkämpfe treten erstmals in Stuhr an.

Angelehnt an die Amateur-Spiele im Harz hat das Organisationsteam „Bremen Regulars“ die Zügel in die Hand und schaffte es, innerhalb von wenigen Monaten den Wettkampf zu organisieren – vom Schottenrock bis zum abschließenden „Whiskey tasting“, zu deutsch: Whiskeykostproben war alles bis ins Detail geplant. „Es wurde mal Zeit, dass die Menschen aus dieser Umgebung diesen Sport kennenlernen. In dieser Region ist er noch völlig unbekannt“, erklärt Hauptorganisator Heiko Matz aus Kattenesch.

„Wir haben fünf Disziplinen aus dem Harz übernommen. Insgesamt haben wir allerdings sieben Sektionen.“ Dazu zählen Baumstamm-, Hammer-, Speer- und Steinwurf, ein- und zweihändig, Treckerreifen ziehen und Bogenschießen.

Neben Profis, die sich auch den Sieg erkämpfen konnten, waren auch blutige Anfänger vertreten. Das Team „Drago“ mit zwei Frischlingen konnte sogar den zweiten Platz ergattern. „Hier geht es aber nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um Spaß am fairen Spiel. Schließlich erwartet uns nur eine Urkunde. Wir machen mit, weil wir Freude teilen wollen“, erzählen Lars Heidbrecher und Burkhart Witte. Die beiden sind das erste Mal in dieser Region, haben aber schon Erfahrungen bei anderen Wettbewerben gesammelt.

Wie kommt man jedoch zu so einer außergewöhnlichen Sportart? Schließlich werden Männer in Rock schief von der Seite angeschaut. Schiedsrichter Heiko Fröhlke spricht dabei von einer verlorenen Wette. „Am Anfang dachte ich selbst nicht nett von dem Sport. Aber nachdem ich es ausprobiert habe, konnte mich nichts mehr davon wegbringen.“

Zusammen mit seinem Kollegen Michael Schelhaus bildet er einen Clan, was so viel wie Team bedeutet. Den „Clan of Parmoor“ nennen sie sich selbst. „Unsere Freunde und Familien haben unser außergewöhnliches Hobby gleich akzeptiert. Meine Frau ist mit mir gemeinsam eingestiegen“, erzählt Schelhaus. „Schließlich kann man dabei auch schicke Kleidung tragen.“

Auch das Team Bremen Regulars ist angetreten und hat den siebten Platz erreicht. Pablo Garcia und Oliver Scher verkörperten das Gesicht der Gruppe und legten sich ordentlich ins Zeug. „Die Platzierung ist uns gar nicht so wichtig. Wir wollten einfach mal einen der noch wenigen und ehrlichen Sportarten genießen“, erklärt Scher.

Rund 150 Gäste haben sich das Spektakel angesehen. „Wir sind sehr zufrieden. Bei der Hitze hätten wir nicht so viel erwartet, vor allem weil auch noch viele andere Veranstaltungen an diesem Wochenende waren“, so Matz. Zusammen mit Ole Düsing, Sven Schäfer und Marco Jass hat er sein Organisationsteam für die nächsten Male schon gefunden.

„Der Campingplatz hat eine positive Bilanz gezogen, wir werden den Wettkampf also auch in Zukunft hier versuchen zu etablieren.“