Bericht bei Buten und Binnen

 

 

Vielen Dank an Anke Plautz und Team für euren Besuch und den tollen Bericht.

 

Highland Games in der Region

Schottisches Flair in Stuhr

Baumstämme, Hämmer und Speere flogen am Wochenende in Stuhr durch die Luft. 14 Clans traten bei den ersten Highland Games der Region an. Viele Teilnehmer kamen in traditionellen Kilts und sorgten so für schottisches Flair auf den Märchencampingplatz am Steller See in Stuhr.

Kraft und Geschicklichkeit mussten die Teilnehmer bei dem historischen Wettkampf unter Beweis stellen. Seine Wurzeln hat der Wettkampf in Schottland. Aber auch außerhalb des Herkunftslandes sind die Highland Games bekannt – vor allem dort, wo sich Schotten angesiedelt haben. Die Organisatoren des Spektakels in Stuhr, Marco Jaß und Heiko Matz, haben zwar keine familiären Verbindungen zum Norden Großbritanniens, sind aber große Schottlandfans. Als solche riefen sie die Highland Games in der Region ins Leben.

„Das ist schon etwas für echte Kerle“

„Für das erste Mal ist es doch schon relativ erfolgreich“, sagte Matz am Wettkampftag und blickte über das Gelände. Um ihn herum standen überall Männer, die sich im Kilt und mit großer Leidenschaft in den verschiedenen Disziplinen versuchen. Verpflichtend waren der knielange Wickelrock mit Karomuster jedoch nicht. Bei der Veranstaltung stand vor allem der Spaß im Vordergrund.

Handschuhe oder Stollen unter den Sohlen? Fehlanzeige. Bei den Highland Games sind alle Hilfsmittel untersagt. „Das ist schon etwas für Kerle“, meinte Matz und lachte. Die sengende Hitze sorgte mit mehr als 35 Grad für erschwerte Bedingungen, doch die Amateure schlugen sich tapfer.

Beim Baumstammschubsen zählt nicht nur Kraft

Die kriegerische Herkunft der Disziplinen ist teilweise noch sehr offensichtlich wie beim Speer- oder Hammerwerfen. Der Wettkampf stammt aus der Zeit der keltischen Könige, die so schon vor Hunderten von Jahren die tapfersten und kräftigsten Männer für ihre Truppen rekrutierten. Angelehnt an die langjährigen Traditionen traten in Stuhr auch keine Teams, sondern 14 Clans an, die immer aus zwei Männern bestanden.

Eine der bekanntesten Disziplinen ist das Baumstammschubsen, im Original „tossing the caber“ genannt. Dabei geht es nicht nur darum, das etwa 20 Kilogramm schwere und dreieinhalb Meter lange Holzstück besonders weit zu werfen. Der Stamm sollte sich im besten Fall einmal überschlagen und dann möglichst parallel zu einer Linie auf dem Boden landen. Bei den heißen Temperaturen war das ein echter Kraftakt für die Männer. Ächzend und angestrengt brüllten viele in typischer „Highlander-Manier“ ihrem Baumstamm hinterher. Nach den drei Versuchen gab es dann die verdiente Abkühlung am Rasensprenger.

Wiederholung im nächsten Jahr geplant

Viel „leichter“ waren die anderen Aufgaben jedoch nicht: Ein- und zweihändig mussten die Clans noch kiloschwere Steine werfen oder ein mit 220 Litern Wasser gefülltes Faß so schnell wie möglich über eine Strecke von zehn Metern über den Boden ziehen.

Beim Speerwurf ging es um Geschicklichkeit: Drei Wertungsringe mussten aus 17 Metern Entfernung getroffen werden. Der beste Versuch ging in die Wertung mit ein. Wer wollte, konnte in den Wochen vor der Veranstaltung schon einmal üben: Die beiden Organisatoren boten im Vorfeld öffentliche Trainings an. Matz und Jaß sind mit ihren Highland Games sehr zufrieden – so sehr, dass sie auch im nächsten Jahr wieder die kräftigsten Männer und – sofern weibliche Highlander antreten – auch die stärksten Frauen in Stuhr ermitteln wollen.

6. Juli 2015

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