Presse: Weser-Kurier, Regionalteil (Stuhr), von Femke Liebig, 06.07.2015

Danke Femke für den tollen Artikel, hat Spaß gemacht mit Dir,
wir würden uns freuen, wenn du uns beim nächsten Mal wieder besuchst.

Premiere der Highland Games in Stuhr an

 Baumstammwerfen bei sengender Hitze
Femke Liebich 06.07.2015
Highlandgames Mackenstedt  © Udo Meissner

Möglichst weit soll er fliegen: Trotz der Hitze gaben die Teilnehmer beim Baumstammwerfen alles. (Udo Meissner)

Die historischen Wettkämpfe, die ihre Wurzeln in Schottland haben, finden hierzulande immer mehr Anhänger. Dazu zählen auch Heiko Matz und Sven Schäfer, die die Stuhrer Premiere veranstaltet und an diesem Wochenende viele Gleichgesinnte gefunden haben. „Es ist schon sehr heiß, aber es macht irre viel Spaß“, lautete das Fazit von Stephan Vincon nach den ersten von insgesamt sieben Disziplinen, bei denen vor allem Kraft und Geschicklichkeit gefragt waren. Gerade hatte er einen Treckerreifen in 16,96 Sekunden 15 Meter weit gezogen. Der Bremer ist als Festcamper Dauergast auf dem Platz am Steller See und hatte sich relativ spontan für eine Teilnahme an den Highland Games entschieden. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Thomas Thys aus Belgien bildete er eines der insgesamt 15 Teams und versuchte sich im Hammer-, Steine- und Speer werfen sowie beim Bogenschießen oder eben Baumstammschubsen.

Mit der Teilnehmerzahl war Heiko Matz am Sonnabendnachmittag vor allem angesichts der Hitze sehr zufrieden. „Es hat niemand kurzfristig abgesagt, und es gab sogar noch einige kurzfristige Anmeldungen“, freute sich der Organisator. Unter den Teams („Clans“), die größtenteils aus Bremen und Umgebung, aber auch aus Hamburg und Herford anreisten, war auch ein Duo vom Martinshof in Bremen.

Bereits im Vorfeld hatten sich Matz und seine Mitstreiter dafür entschieden, nicht nur die original Highland-Games-Disziplinen wie das Baumstammwerfen ins Programm aufzunehmen. „Bei uns steht vor allem der Spaß im Vordergrund. Und so etwas wie Treckerreifen-Ziehen ist einfach lustig für alle. Bei den richtigen Highland Games treten die Teams stattdessen im Seilziehen gegeneinander an“, erklärte er. Zudem gab es in Stuhr keine Kilt-Pflicht. Dies hielt aber einige nicht davon ab, dennoch im karierten Schottenrock zu starten.

Auf diesen verzichtete auch Heiko Matz nicht. Und auch wenn er an diesem Nachmittag vor allem als Organisator fungierte, war er mit vollem Ehrgeiz bei der Sache. „Ich denke aber, dass wir nur im Mittelfeld landen werden“, so sein Zwischenfazit nach dem Speerwurf. In seinem Berufsalltag schleppt der Versandmitarbeiter nach eigenen Angaben täglich sehr schwere Pakete und liegt somit besonders in den Gewichtsdisziplinen klar im Vorteil. Die Leidenschaft für die Highland Games hat er vor etwa acht Jahren für sich entdeckt, seitdem tritt er jährlich bei schottischen Wettkämpfen im Harz an.

Sein Ziel ist es jetzt, eine sogenannte „Interessengemeinschaft Highland Games“ zusammen zu bekommen, die zukünftig gemeinsam zu Wettkämpfen fährt. Als feste Institution könne er sich demnach auch die Stuhrer Highland Games vorstellen.

Bei der nächsten Auflage könnten dann auch Benno Buhlmann und Michael Modzel aus Bremerhaven wieder mit von der Partie sein. Die beiden hatten sich ebenfalls relativ kurzfristig für eine Teilnahme entschieden und feierten am Sonnabend sozusagen ihr Debüt am Baumstamm. „Am Einfachsten geht noch das Bogenschießen, aber das Baumstammschubsen ist schon nicht ohne“, stöhnte Benno Buhlmann, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. Dieser floss – kein Wunder – in Strömen. Als kleine Abkühlung für zwischendurch diente ausschließlich ein aufgestellter Rasensprenger. Dementsprechend sehnsüchtig erwarteten die Teilnehmer nach dem Ende der Wettkämpfe den Sprung in den Pool oder den See.

Das Wetter und die extremen Bedingungen haben laut Heiko Matz wohl auch dazu beigetragen, dass die Besucherzahlen mit etwa 150 Menschen eher gering waren. Darum wünscht er sich schon jetzt für die nächste Auflage mindestens zehn Grad weniger. „Einige Clans hatten zwar ihre Anhänger dabei, aber ich hatte mir gewünscht, dass noch ein paar mehr Zuschauer kommen würden“, verriet er. Für diese hatte er schließlich auch ein kleines Rahmenprogramm mit einer Whisky-Verköstigung des Scotch-Clubs aus Bremen und Live-Musik von Scared Harp zusammengestellt. „Für das nächste Mal werden wir dieses aber noch weiter ausbauen“, kündigte Matz kurz vor der Siegerehrung an. Bei dieser wurde das Team Steineschmeißer zum Sieger vor den Mannschaften Drago und Balls of Steel gekürt.

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